Lean UX und innovative digitale Produkte

Wie baut man großartige Produkte und Services? Und warum gelingt es so oft nicht Produkte die über lange Zeit entwickelt werden auf dem Markt zu etablieren?

Lean UX ist ein nutzerzentrierter und kollaborativer Framework für die schnelle und iterative Entwicklung von Produkten und Services, der auf agiler Arbeitsweise basiert.

Die 3 Schritte des Lean UX

Er besteht hauptsächlich aus 3 Schritten:

  1. Erstellen eines Low Fidelity MVP mit den wichtigsten Merkmalen des Produkts
  2. Sammeln von Feedback der Nutzer, um zu messen, wie erfolgreich eine Lösung ist.
  3. Durch die Analyse des Nutzerfeedbacks lernen.

Dann wiederholst man den Prozess mit den Erkenntnissen, die man im MVP umgesetzt hat.

Der Unterschied zu anderen Frameworks besteht darin, dass man hier nicht viel Zeit auf die Dokumentation von Prozessen verwenden, sondern den Schwerpunkt darauf legt, mit möglichst wenig Aufwand, aber mit dem Input der Nutzer, Funktionen zu entwickeln. Man dokumentiert gerade so viel, dass zwischen den verschiedenen innvolvierten Parteien (z. B. Design, Entwicklung, Marketing usw.) genügend Informationen vorhanden sind, um das Lernen im Team voranzutreiben – so werden langwierige Verhandlungen und Prozesse vermieden.

Vorteile des Lean UX-Ansatzes

  1. Die Schnelligkeit und der Wettbewerb in der digitalen Welt sind ein echter Druck, unter dem Teams stehen, wenn es darum geht, Ergebnisse zu liefern. Mit dem Lean UX-Ansatz minimiert man den Aufwand für verschwendete Zeit und Mühe während des Designprozesses, so dass mehr Zeit und Mühe auf das konzentriert werden kann, was wirklich wichtig ist.
  2. Dieses Framework macht die Produktentwicklung zu einem iterativen Prozess, d.h. Änderungen am Produkt sind im Laufe der Zeit möglich. Lean UX zielt darauf ab, Situationen zu ändern, in denen ein Designer 3 Monate lang mit Hochdruck an einer neuen Funktion arbeitet und sich dann die Anforderungen ändern oder die Interessengruppen mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind. Dadurch werden die 3 Monate Arbeit komplett überflüssig – was das Unternehmen Zeit, Geld und Ressourcen kostet.
  3. Durch die Einführung des MVP-Ansatzes bei der Produktentwicklung akzeptieren man auch, dass sich das Produkt ändert und dass man sich irren könnte – das ermutigt das Team, so schnell wie möglich nach Feedback zu suchen und das Produkt auf der Grundlage des Nutzerfeedbacks zu verbessern.
  4. Bei diesem Ansatz arbeiten alle im Team zusammen, was bedeutet, dass das Delegieren von Aufgaben ein Tabu ist. Designer/innen, Ingenieur/innen, Entwickler/innen, Manager/innen usw. arbeiten als Team zusammen, um Probleme für die Nutzer/innen zu lösen. Eine multidisziplinäre Herangehensweise erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich gut abgerundete Lösungen ergeben.
  5. Da dieser Rahmen auf einem iterativen Zyklus von Nutzerfeedback basiert, hat das Team ein tieferes Verständnis für das Problem und kann so sicherstellen, dass es das richtige und echte Problem für den Nutzer löst und die Risiken minimiert.
  6. Es gibt Überschneidungen mit dem Design Thinking-Prozess, bei dem gemeinsam Lösungen gefunden werden, sowie mit dem iterativen Prozess, der auf dem Nutzerfeedback basiert. Dadurch lässt sich dieser Ansatz gut mit anderen Frameworks kombinieren.

Schneller und einfacher digitale Produkte Entwickeln

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Team durch die Minimierung von Zeit- und Ressourcenverschwendung die einzelnen Entwurfsphasen im Vergleich zu anderen Ansätzen viel schneller durchlaufen kann. Gleichzeitig werden Synergien zwischen den Teammitgliedern geschaffen, so dass jeder seine Bedenken und Standpunkte äußern und ausprobieren kann. Und das alles mit dem Ziel, frühes Nutzerfeedback zu bekommen, um die Lösung deines Teams zu verbessern.

Zu guter letzte bleibt uns nur ein Zitat von Jeff Gothelf:

“Letzten Endes ist es Ihren Kunden egal, ob Sie agil oder schlank arbeiten oder Design Thinking praktizieren. Ihnen geht es um großartige Produkte und Dienstleistungen, die für sie sinnvolle Probleme auf effektive Weise lösen. Je mehr Sie Ihre Teams auf diese Dinge fokussieren können, desto besser wird ihr Prozess sein.””

Jeff Gothelf