IT-Projekte: Der versteckte Preis

Ein Angebot sagt nichts über den tatsächlichen Preis eines IT Projekts aus.

Also, wie beantwortet man die Frage: Was ist das beste Angebot mit dem höchsten Wert für uns?

Dafür sollte man folgendes berücksichtigen.

Die Preisillusion 🎩

Es mag verlockend sein, das niedrigste Angebot zu wählen, um Geld zu sparen. Aber halt! Der angegebene Preis hat mit den tatsächliche Projekt-Kosten meist wenig zu tun. Hier ist der Grund:

  • technical debt (also Technische Schulden): Technische Schulden sind alle Mehrkosten die in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren auftreten. Denke an all die zukünftige Probleme, die du beheben musst, wenn ein Anbieter technical debt verursacht! Studien zeigen, dass 36% der Entwicklungszeit aufgrund “technischer Schulden” verschwendet werden. (Quelle: Besker et al., 2017)
  • Design-Schulden: Fehlende Anfangs-Schritte oder schlecht geplante Lösungen können mehr Problem verursachen als sie Lösungen bringen. Es ist wie ein Haus ohne Bauplan zu bauen. Da muss dann oft gepfuscht werden.
  • Zukünftige Änderungen: Eine gute Lösung sollte leicht aktualisierbar sein für Änderungen die heute noch komplett irrelevant erscheinen, aber in einem Jahr dringend notwendig sind. Im schlimmsten Fall kostet eine kleine Änderung so viel wie das gesamte Projekt.

Versteckte Kosten 🕵️‍♀️

Mit diesen Kosten rechnen die wenigsten:

  • Daten für die Konkurrenz: Wenn der Anbieter auf externe Tools aufbaut, könnten deine Geschäftsdaten gefährdet sein. Wer seine Daten nicht aktiv schützt, kann davon ausgehen, dass die Konkurrenz mit diesen Daten schon arbeitet und dem eigenen Unternehmen damit Umsatz wegnimmt.
  • Vertrauens-Verlust durch schlechte Umsetzung: Ein schlecht ausgeführtes Projekt kann das Vertrauen zu deinen Geschäftspartner und Kunden ruinieren. Vertrauen ist wie eine Glasvase; einmal zerbrochen, ist es schwer zu reparieren.
  • Zusätzliche Arbeitsbelastung: Wenn die Lösung durch den Anbieter nicht gut geplant ist, könnte dein Team am Ende mehr Arbeit haben als vorher. Das ist kontraproduktiv!

Der Langfristige Blick 🔭

Bei der Wahl eines Anbieters solltest du Kosten langfristig denken. Das höchste Angebot könnte tatsächlich die niedrigsten effektiven Kosten haben. Hier ist der Grund:

  • Qualität statt Quantität: Ein höheres Angebot bedeutet oft, dass der Anbieter mehr Zeit und Ressourcen in die Bereitstellung einer hochwertigen Lösung investiert. Das kann dir langfristig Geld und Zeit sparen.
  • Wartung und Support: Eine gut gestaltete Lösung erfordert weniger Wartung und Support für dich und deinen Kunden und Partner, sodass dein Team sich auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren kann.
  • Skalierbarkeit: Ein guter Anbieter wird eine Lösung entwerfen, die mit deinem Unternehmen wächst. Das bedeutet weniger Kopfschmerzen und mehr Wachstumschancen.

No-Go’s vermeiden

  • Handelt es sich bei dem Anbieter um ein IT-Dienstleister oder nur um eine Agentur wie eine Marketing-Agentur? Schreibt er seine eigene Software oder gibt es eine Abhängigkeit zu externen Tools.
  • Hat der Anbieter ausreichend Zeit für die Auswahl und Ausarbeitung der passenden Lösung einkalkuliert?
  • Wird aktiv mit Datenschutzverfahren geplant? Verfügt der Anbieter über Erfahrung im Umgang mit sensiblen Geschäftsdaten?
  • Wie leicht können technisch komplexere Erweiterungen hinzugefügt werden um einen Prozess zukünftig komplett zu automatisieren?
  • Bietet der Anbieter laufenden Support oder nur eine einmalige Einrichtung?

Viel Spaß bei der Entscheidungsfindung.